Bericht zu:
Fahrsicherheitstraining für Wohnmobil beim ÖAMTC
Der Steirische Landesverband der Gehörlosenvereine organisierte beim ÖAMTC in Lang-Lebring ein Fahrsicherheitstraining für Wohnmobil-Fahrer:innen. Dieses Training fand am 07. Mai 2023 mit einer kleinen Gruppe und zwei Dolmetscherinnen statt. Zuerst startete die Gruppe im Seminarraum. Dort erklärten die beiden Trainer die Ziele des Trainings. An oberster Stelle stehen beim Verreisen mit dem Wohnmobil die Sicherheit im Verkehr und das richtige Fahrverhalten. Es wurde erklärt, was für die Praxis wichtig ist in Bezug auf (Zusammenhang) der Stabilität des Fahrzeugs. Die Stabilität ist besonders bei Wohnmobilen wichtig. Besprochen wurde auch was man bei den Reifen beachten muss und deren Montage. Es wurde auch geklärt mit welchem Reifenprofil man fahren kann und wann man Reifen wechseln sollte. Abhängig vom Antrieb des Wohnmobils (Vorderrad, Hinterrad) müssen dazu passend die Reifen an der richtigen Achse montiert werden. Die Teilnehmer:innen stellten viele Fragen und die Trainer beantworteten alles genau. Weil die Gruppe so klein war, konnten auch die Fahrzeuge genau angeschaut werden. Zum Reifenprofil-Messen ging es dann auch schon ins Freie. Gemeinsam mit den beiden Trainern und den Dolmetscherinnen fuhren die Teilnehmenden dann zum Übungsgelände.
Vor dem Start der Übungen wurde der erste wichtige Punkt beim sicheren Fahren besprochen: die Sitzposition und die Haltung des Lenkrads. Das „Teller waschen“, also das Lenkrad mit einer Hand zu halten und zu lenken soll man bitte nicht machen. Natürlich ist das möglich, wenn man eine lange gerade Strecke geradeaus fährt. Aber wenn man im dichten Verkehr ist oder auf einer kurvigen Küstenstraße unterwegs ist, gilt bitte die Handhaltung „Dreiviertel Drei“, also beide Hände am Lenkrad, eine Hand links und eine Hand rechts in der Mitte der Außenseite. Die Teilnehmenden durften nach Einstellung der Sitzposition auch schon auf die Strecke. Die erste Übung war das Slalomfahren. Wichtig ist dabei (und auch beim Kurvenfahren) der Merksatz „ich schaue dort hin, wohin ich fahren möchte“ und dann lenkt man automatisch richtig. Bei jeder neuen Übung ist einer der Trainer die Strecke vorausgefahren und hat die Übung vorgezeigt, während der zweite Trainer dann die Theorie dazu erklärt hat. Jetzt duften die Teilnehmer:innen auf unter-schiedliche Bodenbelägen bremsen und haben ein Gespür bekommen wie lange der Reaktionsweg und der der Bremsweg ist. Es gab auf der Strecke verschiedene Bodenbeläge, die sich zum Beispiel gleich wie eine Schneefahrbahn oder eine Straße bei Regen verhalten. Außerdem wurde mit Wasserfontänen (Wasser spritzt aus dem Boden) Hindernisse simuliert (nachmachen).
Bei dieser Übung war interessant zu sehen wie unterschiedlich die Fahrzeuge bremsen, je nachdem ob es ein ABS und ESP gibt oder nicht. Beide Fahrzeuge und alle Fahrer:innen haben sie Aufgaben aber wunderbar gelöst. Die beiden Trainer waren sehr bemüht, haben sich gut auf die gehörlosen Personen eingestellt und haben auch ein paar wenige Gebärden abgeschaut, um die Übungen selbst anleiten zu können. Der Vorteil an dieser kleinen Gruppe war, dass alle Teilnehmer:innen die Übungen wirklich mehrere Male ausprobieren konnten und die Trainer immer gute Tipps geben konnten. Man musste in den Fahrzeugen auch nicht warten und konnte durchgehend fahren. Die spannendste Übung war die Schleuderplatte. Dabei bricht das Heck aus (hinten schleudern drehen) und man musste versuchen das Fahrzeug wieder gerade zu lenken ohne in ein Hindernis (aus Wasser) zu fahren. Egal ob mit technischer Unterstützung durch ABS und ESP oder ohne, alle Fahrer:innen haben die Wohnmobile wieder unter Kontrolle bekommen und konnten dem Hindernis ausweichen. Die Trainer haben die Teilnehmenden gelobt und gesagt, dass man die jahrelange Fahrpraxis (Übung Erfahrung Fahren) bei diesen Übungen sieht. Nach einer kurzen Pause gab es zum Abschluss noch zwei Übungen. Zum einen sollten alle bergab fahren und dann bremsen. Und die Teilnehmenden sollten als zweite Übung bergab auf einem rutschigen Untergrund schnell in die Kurve fahren und das Wohnmobil korrigieren, wenn es aus der Spur gekommen ist. Die letzte Übung war noch sehr herausfordernd. Die Fahre:innen sollten mit dem Wohnmobil rückwärts bergauf im Slalom fahren und danach noch rückwärts einparken. Das war eine gute Übung für das Ein- und Ausfahren beim Campingplatz. Es war ein toller Tag, die Teilnehmer:innen haben viel gelernt, sich ausgetauscht und viele Tipps mitnehmen können. Aber am wichtigsten war, dass auch der Spaß nicht zu kurz gekommen ist (auch mit dabei). Wir möchten uns herzlich beim ÖAMTC und den beiden Trainern sowie auch den Dolmetscherinnen bedanken.