Bericht zu:
Führung “111 ways to die”
Am 29. Oktober fanden zwei Führungen “111 ways to die” in Graz statt. Eine davon war am Vormittag und eine erst am Abend. Wir durften sehr viele Geschichten über Graz erfahren, wie zum Beispiel, dass das erste Gefängnis in Graz im Rathaus war. Es gab noch mehrere gruselige Geschichten: Eine reiche Frau wurde damals von zwei Männern getötet und sie haben ihr Körper zerstückelt und in eine Truhe gesteckt. Die Wohnung hat so wahnsinnig gestunken, dass die Polizei gerufen wurde, die die zwei Männer dann verhaftet hat. Wir haben einen Rundgang durch Graz gemacht: Es ging vom Hauptplatz bis hin zur Stadtpfarrkirche, dann weiter zum Dom, hin zum Karmeliterplatz und dann am Schluss kamen wir zum Paulustor. Wir blieben immer wieder stehen, um schaurige (Grusel) Geschichten zu hören und wir bekamen auch Bilder auf dem iPad gezeigt. Damals beim Hauptplatz wurden viele Menschen in der Öffentlichkeit erhängt oder es wurden ihnen Körperteile abgeschnitten, zum Beispiel die Hände (wenn Personen etwas gestohlen haben) oder die Zunge (wenn Personen Lügen erzählten) geschnitten. Die Bevölkerung konnte zuschauen und den Verstorbenen die Kleidung abnehmen.
Wir haben auch gehört, dass die Frauen damals viele Babys umgebracht haben, da sie ungewollt schwanger wurden (damals gab es noch keine Abtreibung). Oder die Frauen begingen Selbstmord, da damals eine unverheiratete Frau mit Kind einen schlechten Ruf hatte und ohnehin kein gutes Leben führen könnte. Wenn die Frauen aber eine Straftat begangen (Diebstahl etc.), dann wurde die Entscheidung über ihr Leben oder Tod dem Gott überlassen. Sie wurden von der Brücke in den Mur geworfen und wenn sie überlebten, dann war das Gottes Wille und sie durften weiterleben. Wenn sie dabei starben, dann war das auch Gottes Plan. Wir durften auch einige komische Geschichten hören, wie zum Beispiel, dass ein Habsburger Kaiser damals gestorben ist, weil er zu viel Wassermelone gegessen hatte. Auch, dass man damals alle Herzen von den Leichen der Habsburger herausgenommen wurden. Die Herzen wurden in Wien bei Kapuzinergruft begraben und die Körper hier in Graz. Die Menschen damals starben meistens an der Pest und es gab zu einer bestimmtem Zeit unglaublich viele Heuschreckenplagen, wodurch so viele Menschen gestorben sind. Die Heuschrecken hatten alles aufgegessen und die Menschen waren dann so hungrig und starben dabei. Zum Schluss haben wir erfahren, dass unser Graz im Zweiten Weltkrieg viel öfter bombardiert wurde als Wien, darum gibt es in der Nähe vom Paulustor eine Gedenktafel. Dort wurden im im Zweiten Weltkrieg viele Menschen von den Nazi-Soldaten erschossen. Und diese Tafel sollte uns erinnern, dass es nie mehr Krieg geben soll. Es war eine interessante und schaurige Führung!